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Neue Studie des AJC Berlin und von democ e. V.: Nach Verbot des Islamischen Zentrums Hamburg (IZH) verlagern sich Netzwerke nach Frankfurt - Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour warnt vor Nachfolgestrukturen
Berlin, 6. Oktober 2026 - Nach dem Verbot des Islamischen Zentrums Hamburg (IZH) bestehen Strukturen des schiitischen Islamismus in Deutschland fort und verlagern sich teilweise nach Frankfurt. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue gemeinsame Studie des American Jewish Committee (AJC) Berlin und von democ e. V. Die Veröffentlichung der Studie kurz vor dem dritten Jahrestag der Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 ist kein Zufall: Die Taten des 7. Oktober 2023 wären ohne Unterstützung durch das iranische Regime kaum denkbar gewesen.
Die Untersuchung zeigt, dass mit dem Verbot des IZH und seiner Teilorganisationen 2024 sowie vorausgegangenen Verboten von Organisationen aus dem Umfeld der libanesischen Hisbollah der schiitische Islamismus in Deutschland zwar erheblich geschwächt, jedoch nicht zerschlagen wurde. Stattdessen lassen sich dezentrale Nachfolgestrukturen und intensivierte Kontakte zu Teilen der anti-imperialistischen Linken beobachten.
Dass die Studie kurz vor dem dritten Jahrestag der Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 erscheint, ist kein Zufall: Die Taten des 7. Oktober 2023 wären ohne Unterstützung durch das iranische Regime kaum denkbar gewesen. AJC Berlin und democ e. V. nehmen dies zum Anlass, die Rolle des iranischen Regimes und seiner Netzwerke in Deutschland in den Blick zu nehmen.
Omid Nouripour, Bundestagsvizepräsident und Bundestagsabgeordneter, selbst im Iran geboren, äußert sich, wie folgt:
"Das Verbot des Islamischen Zentrums Hamburg war richtig und wichtig, aber damit ist es nicht getan: Die vorliegende Analyse zeigt alarmierend, wie sich die Netzwerke des iranischen Regimes über dezentrale Nachfolgestrukturen verlagern und dabei insbesondere Frankfurt am Main zu einem neuen Schwerpunkt entwickeln - für mich als Frankfurter Abgeordneten ein besonders ernstes Warnsignal. Das Betätigungsverbot muss deshalb konsequent durchgesetzt und Nachfolgestrukturen müssen ebenso in den Blick genommen werden wie die Brücken in andere politische Milieus."
Linus Kebba Pook, Co-Geschäftsführer von democ e. V., sagte zu den Ergebnissen der Studie:
„Drei Jahre nach dem 7. Oktober ist der Einfluss des iranischen Regimes in Deutschland nicht kleiner geworden. Er hat nur seine Form verändert. Nach dem IZH-Verbot wirken dezentrale Netzwerke fort und finden neue BündnispartnerInnen. Sicherheitspolitik muss deshalb über einzelne Vereine hinaus auf Netzwerke, BrückenakteurInnen und MultiplikatorInnen schauen.“
Dr. Remko Leemhuis, Direktor des AJC Berlin, forderte weitergehende Konsequenzen für die deutsche Iranpolitik:
“Unsere Studie macht deutlich, dass das iranische Terrorregime hierzulande nach wie vor aktiv ist und über belastbare Netzwerke verfügt. Daher war unser jahrelanges Werben für die Schließung des IZH, nie nur als eine Kampagne angelegt, sondern hatte immer im Blick, dass das Regime durch die fehlgeleitete deutsche Außenpolitik seit 1979 über Jahrzehnte belastbare Strukturen aufbauen konnte. Dazu gehört eben auch deutlicher als bisher die finanziellen Netzwerke der Regimeelite auszutrocknen und Vermögenswerte einzuziehen. Die Erkenntnisse müssen die Bundesregierung darin bestärken, sich für eine Listung der Hisbollah als gesamte Organisation auf der EU-Terrorliste einzusetzen. Die bisherige Unterscheidung auf EU-Ebene zwischen militärischem und politischem Arm ist Augenwischerei.”
Die Broschüre befindet sich zum Download hier.
Für Presseanfragen wenden Sie sich bitte an presse@ajc.org.