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Neues AJC Berlin Policy Paper: AfD Sachsen-Anhalt prägt die heutige rechtsextreme Ausrichtung der AfD

Berlin, den 3. Juli 2026 – Führende Köpfe der AfD Sachsen-Anhalt gehören zu den zentralen ideologischen Treibern der heutigen rechtsextremen Ausrichtung der Gesamtpartei. Zu diesem Ergebnis kommt der Rechtsextremismusforscher David Begrich in dem heute vom American Jewish Committee Berlin veröffentlichten Policy Paper „Die AfD Sachsen-Anhalt vor der Landtagswahl 2026 – Eine Gefahr für Demokratie, Wirtschaft und gesellschaftliche Stabilität”. Die Veröffentlichung erfolgt unmittelbar vor dem AfD-Bundesparteitag an diesem Wochenende in Erfurt.

„Die AfD Sachsen-Anhalt ist ihrer politischen Praxis, der Einlassungen ihrer Funktions- und Mandatsträger und ihrer politischen Rhetorik nach eine rechtsextreme Bewegungspartei”, schreibt David Begrich, Mitarbeiter der Arbeitsstelle Rechtsextremismus bei Miteinander e.V. in Magdeburg. „Ihre Politik zielt auf eine autoritäre Formierung der Gesellschaft nach völkisch-nationalistischen Prinzipien.”

Mit Blick auf die Landtagswahl Anfang September warnt Begrich zudem: „Eine AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt würde ohne Zweifel einen Bruch mit den Traditionen der politischen Kultur der Bundesrepublik Deutschland als liberalem Rechtsstaat darstellen.”

Dr. Remko Leemhuis, Direktor des AJC Berlin, erklärt zur Veröffentlichung: „Mit dieser Handreichung und Einschätzung wollen wir erneut vor der Gefahr warnen, die vom Rechtsextremismus der AfD ausgeht, und den zu beobachtenden Normalisierungstendenzen etwas entgegensetzen. Gerade vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt darf niemand die Augen davor verschließen, dass dort eine rechtsextreme Partei Regierungsverantwortung anstrebt. Insbesondere für Jüdinnen und Juden in Deutschland stellt sich angesichts des Erfolges der Partei immer öfter die Frage, wie lange sie hier noch bleiben können. Wer den Holocaust relativiert und antisemitische Ideologien verbreitet, wie es insbesondere in dem Landesverband gang und gäbe ist, ist weder ein Partner für die jüdische Gemeinschaft noch für den Staat Israel.”

Mit Blick auf den Bundesparteitag der AfD und die bevorstehende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt erklärt Leemhuis weiter: „Niemand kann heute noch behaupten, die politische Ausrichtung der AfD sei unklar. Seit Langem weisen wir immer wieder darauf hin, dass die Partei in ihrer Gesamtheit rechtsextrem, antisemitisch und demokratiefeindlich ist. Gerade vor der Landtagswahl ist es wichtig, dass jede Wählerin und jeder Wähler weiß, wofür diese Partei steht und welche Konsequenzen eine Regierungsübernahme hätte.”

Der Bundesparteitag der AfD findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem die Partei bundesweit hohe Umfragewerte erreicht und sich personell wie programmatisch für die kommenden Jahre aufstellt. Wenige Wochen später wählen die Bürgerinnen und Bürger in Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag.

Das Policy Paper analysiert die AfD Sachsen-Anhalt als einen ideologischen Taktgeber der Gesamtpartei. Im Mittelpunkt stehen die Radikalisierung des Wahlprogramms für die Landtagswahl 2026, die Rolle des Ideologen Hans-Thomas Tillschneider sowie die Folgen einer möglichen Regierungsübernahme für Demokratie, Erinnerungskultur und die Sicherheitsarchitektur. Darüber hinaus untersucht die Studie die Positionen der Partei zu „Remigration“, Kultur- und Bildungspolitik sowie ihre geschichtsrevisionistischen Tendenzen.

Das vollständige Policy Paper zum Download finden Sie hier.

 

Interviewangebot

Der Direktor des AJC Berlin, Dr. Remko Leemhuis, sowie der Autor des Policy Papers, der Rechtsextremismusforscher David Begrich, stehen Journalistinnen und Journalisten gerne für Interviews und Hintergrundgespräche zur Verfügung. Für Anfragen wenden Sie sich bitte an:

Pressekontakt:
American Jewish Committee Berlin 
Email: presse@ajc.org