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Pressemitteilung: Präsentation der „TikTok - Shoah Education and Commemoration Initiative”

Berlin, den 26. Januar 2022 - Anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktages haben das American Jewish Committee Berlin, die Hebrew University of Jerusalem, die Agentur werk21 Kommunikation (Berlin) mit Unterstützung von TikTok Deutschland und der Agentur Partners Partners & Company (Jerusalem) die „TikTok - Shoah Education and Commemoration Initiative” vorgestellt. Gemeinsam mit Daniel Botmann, dem Geschäftsführer des Zentralrats der Juden in Deutschland, präsentierten die Partner ein Pilotprojekt, bei dem Gedenkstätten und Museen in Deutschland und Österreich über ihre Arbeit auf TikTok aufklären und somit die Erinnerung an die Shoah aufrechterhalten.

Im Rahmen einer mehrteiligen Seminarreihe verfolgte die „TikTok - Shoah Education and Commemoration Initiative” das Ziel, deutsche und österreichische Gedenkstätten und Museen zur Einbindung von TikTok in die eigene Gedenk- und Bildungsarbeit zu ermutigen und ihnen das entsprechende Wissen zu vermitteln, um neue Zielgruppen zu erreichen. Vor dem Hintergrund des weit verbreiteten Problems der Shoah-Relativierung und -Leugnung sowohl off- als auch online, nicht zuletzt auch im Kontext der Corona-Pandemie, richtet sich die Initiative gleichzeitig gegen die Verbreitung solcher Inhalte auf TikTok. Begleitet wird das Projekt von einer quantitativen und qualitativen Studie der Hebrew University of Jerusalem zu Inhalten von Shoah-Gedenken und Erinnerungsarbeit auf TikTok. Anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktages starteten die teilnehmenden Gedenkstätten und Museen ihren digitalen Auftritt auf TikTok, um über die Shoah aufzuklären. In den Clips berichten die Gedenkstätten über Hintergründe zu Orten, Gebäuden und Ausstellungsstücken. Ein TikTok-Video der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, das die Markierungen auf den Häftlingsuniformen erklärt, schauten über 400.000 TikTok Nutzer:innen an. Mehrere Institutionen nutzen Formate, in denen Mitarbeitende und Freiwillige sich und ihre Arbeit vorstellen. Der Projektstart wird zudem auf TikTok mit einem eigenen Blogpost mit Hintergründen zur Initiative und mit eingebundenen Beiträgen aus dem Projekt begleitet. Dieser wird in die globale TikTok-Kampagne am 27. Januar zum Internationalen Holocaust-Gedenktag eingebunden sein.

An dem Pilotprojekt haben folgende Gedenkstätten und Museen teilgenommen:

  • Gedenkstätte Bergen-Belsen
  • Gedenkstätte Ravensbrück
  • Gedenkstätte Sachsenhausen
  • Haus der Wannseekonferenz
  • Jüdisches Museum Berlin
  • KZ-Gedenkstätte Dachau
  • KZ-Gedenkstätte Flossenbürg
  • KZ-Gedenkstätte Mauthausen
  • KZ-Gedenkstätte Neuengamme
  • Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ)
  • Villa ten Hompel

Der Geschäftsführer des Zentralrats der Juden in Deutschland Daniel Botmann begrüßt die Initiative: „Wir sehen jeden Tag, wie Menschen bei Sozialen Medien die Shoah verharmlosen oder gar leugnen. Es kann nicht sein, dass solche Inhalte nach wie vor scheinbar ohne Konsequenzen verbreitet werden können. Die Plattformbetreiber werden leider oftmals ihrer Verantwortung nicht gerecht. TikTok geht mit der Kampagne TikTok - Shoah Education and Commemoration Initiative" in die richtige Richtung. Ich hoffe, dass dieser Schritt ein Vorbild auch für andere Unternehmen sein wird.

Zu den Beweggründen für die Initiative führt der Direktor des AJC Berlins Dr. Remko Leemhuis aus: Seit geraumer Zeit beobachten wir, dass Shoah-Relativierung bis hin zu Shoah-Leugnung auf Online-Plattformen ein massives Problem darstellt, welches sich  im Zuge der Pandemie noch einmal verstärkt hat. Auch wenn diese Vorfälle im digitalen Raum stattfinden, haben sie Auswirkungen auf das reale Leben und den Alltag von Jüdinnen und Juden. Sowohl die Online-Plattformen als auch die Politik sind hier gefordert, dafür Sorge zu tragen, dass das Internet nicht, wie es nach wie vor zuweilen scheint, ein rechtsfreier Raum ist. Allerdings wird sich das Problem nicht nur mit staatlicher Repression lösen lassen, sondern es bedarf auch Aufklärung. Mit dieser Initiative wollen wir einen Beitrag dazu leisten.

Über den Hintergrund der Arbeit mit Gedenkstätten und Museen berichtet Dr. Tobias Ebbrecht-Hartmann von der Hebrew University of Jerusalem: Wir sehen, dass junge Nutzerinnen und Nutzer sich auf Plattformen wie TikTok aktiv mit dem Thema Shoah auseinandersetzen und dieses so zum Teil eines zunehmend wichtigen Aspekts unseres sozialen und politischen Lebens wird. Aber es fehlen oft positive Beispiele und Inhalte, die die langjährigen Erfahrungen der Akteure auf diesem Gebiet reflektieren und gleichzeitig die ‘Sprache’ von TikTok sprechen. Unsere Initiative soll da Abhilfe schaffen. Für uns sind Gedenkstätten und Museen wichtige ‘Influencer’, die nicht nur Sichtbarkeit für das Thema schaffen, sondern in einen Dialog mit denjenigen treten, die mehr über die Hintergründe der Shoah, individuelle Biographien und die historischen Orte erfahren möchten. Dies wird hoffentlich genauso Einfluss auf den Umgang mit dem Thema haben wie die erfolgreichen Accounts von Shoah-Überlebenden wie Lily Ebert, Tova Friedman und Gidon Lev.”

Tobias Henning, General Manager TikTok Deutschland, führt zur Motivation der lokalen Initiative aus: TikTok steht für eine diverse, authentische und generationenübergreifende Community, die sich für gegenseitiges Verständnis, inklusives Verhalten und das Aufbrechen von Stereotypen stark macht. Es gibt keinen Platz für Antisemitismus auf unserer Plattform und wir dulden keine Inhalte, die die Shoah leugnen oder relativieren. Wir verbessern kontinuierlich unsere Richtlinien und Systeme, um hasserfülltem Verhalten entgegenzuwirken, und wir setzen darüber hinaus  auf externe Expertise und unsere Community, um ein sicheres Umfeld auf TikTok zu schaffen. Daher sind wir den Institutionen sehr dankbar, die Teil der TikTok - Shoah Education and Commemoration Initiative" sind. Mit Ihren Inhalten auf TikTok leisten sie einen sehr wichtigen und  inspirierenden Beitrag zur Aufklärung und Erinnerung. Bildung ist eines der wirksamsten Mittel, um Hass und Falschinformation zu begegnen und zu bekämpfen.”

Bei Rückfragen wenden Sie sich gerne an presse@ajc.org.